Chellies Foto- und Geschreibsel-Ecke


♪♫ Stand in the rain ♫♪ (Songfiction)

 

Lied: Superchic - Stand in the rain

 

She never slows down.

She doesn't know why but she knows that when she's all alone, feels like its all coming down

She won't turn around

The shadows are long and she fears if she cries that first tear, the tears will not stop raining down

 

Maron rannte, rannte so schnell sie konnte aus dem Gebäude „Orleans“, weg von ihrer Wohnung und weg von der Nachricht auf ihrem Anrufbeantworter, welche sie gerade gehört hatte.

Dass der Regen ihr ins Gesicht peitschte, während sie blindlings durch die Straßen rannte, bemerkte sie gar nicht.

Auch als Reifen quietschen, eine Hupe ertönte und aufgebrachte Schreie aus dem Auto drangen, welches gerade eine Vollbremsung gemacht hatte, als Maron ohne zu schauen über die Straße gerannt war, blieb sie vollkommen gefangen in ihren Gedanken und den immer wiederkehrenden Worten, die unaufhörlich in ihrem Kopf kreisten.

Immer weiter rannte sie, ohne zu wissen wohin eigentlich, bloß weg von ihrer stillen Wohnung und dem blinkenden roten Lämpchen ihres Anrufbeantworters.

Nichts nahm sie um sich herum war, alles war nur ein Spiel aus Licht und Schatten und es interessierte sie auch nicht, Hauptsache weiterrennen, immer weiter, bloß weg, ganz weit weg.

Doch schließlich wurden ihre Schritte langsamer, als sie den alten Vergnügungspark betrat und schlussendlich heftig atmend vor einem niedrigen Geländer zu stehen kam, hinter welchem sich ein altes Karussell zeigte, welches Maron nur zu vertraut war.

Verzweifelt starrte sie auf die alten Pferde-Figuren an denen die Farbe abblätterte, umklammerte das kalte Metall des abgenutzten Geländers und versuchte krampfhaft, die Tränen, welche in ihren Augen schimmerten, zurückzuhalten.

Dass es dabei, schon seit sie das „Orleans“ verlassen hatte, in Strömen regnete und sie deshalb mittlerweile ziemlich durchnässt war, nahm Maron immer noch nicht wahr.

Die kalten Tropfen, die auf ihrem Gesicht und ihren Händen landeten, spürte sie kaum, waren nicht von Belang.

Leise schniefte sie, schaffte es die Tränen aber noch immer zurückzudrängen, wobei jedoch unaufhörlich ein und dieselben Worte in ihrem Kopf schwirrten, sie immer weiter in den dunklen Abgrund in ihrem Herzen zogen.

„Maron, hier spricht deine Mutter. Es tut mir leid, aber ich habe mich doch für die Scheidung entschieden. Ich rufe dich wieder an, wenn die Details geklärt sind, und wenn klar ist, was mit dir geschieht. Bis bald.“

Diese Worte erklangen wie eine Endlosschleife in ihrem Kopf, legten sich wie ein enges Band um ihr Herz, welches sich schmerzhaft immer fester zuzog.

Aber so sehr diese Worte sie schmerzten, sie verletzten, sie wollte nicht weinen.

Nein, denn wenn sie erst einmal weinte, würde sie aufgeben und das durfte sie nicht.

Sie musste stark bleiben, niemandem durfte sie ihren Kummer zeigen, nicht zeigen wie schwach und verletzlich sie in ihrem Inneren doch war.

Dann würden sie alle nur bemitleiden oder sich Sorgen um sie machen und das wollte sie nicht.

Schließlich konnte doch auch niemand den Kummer, die Dunkelheit und die Einsamkeit in ihrem Inneren nachempfinden.

So legte sie ihren Kopf in den Nacken, schloss die Augen und ließ den Regen auf sich herabfallen.

Nur leicht zitterte sie wegen der Kälte, doch zurück wollte und konnte sie noch nicht.

Erst musste sie sich wieder in den Griff bekommen, nicht das ihre Freunde sie so sahen, das durfte sie nicht zulassen.

 

She won't make a sound

Alone in this fight with herself and the fears whispering if she stands she'll fall down

She wants to be found

The only way out is through everything she's running from wants to give up and lie down

 

Doch auch wenn sie sich versuchte einzureden stark zu sein, alles alleine durchzustehen, ihre Gefühle und ihren Schmerz für sich zu behalten, so wünschte sie sich doch eigentlich im tiefsten Winkel ihres Herzen etwas ganz anderes.

Sie wünschte es gäbe jemanden, der ihr hinterhergerannt wäre, der sie in den Arm nehmen und sie trösten würde.

Jemand der verstehen würde, wie sie sich gerade fühlte, und ihr helfen könnte.

Doch so dringend sie sich in ihrem Innersten wünschte einfach nur von jemandem in den Arm genommen zu werden, so sehr verdrängte sie diesen Wunsch und ihre Gefühle.

Sie durfte sich nicht schwach zeigen, sich gehen lassen.

Nein es gab niemanden vor dem sie das tun konnte, dass würde sie nicht ertragen, wenn jemand ihr Innerstes sehen würde und sich zu sehr um sie Sorgen würde ohne sie wirklich verstehen zu können.

Doch gerade als sie sich davon zu überzeugen versuchte, diesen Wunsch vollständig zu verdrängen, legten sich plötzlich zwei Arme um sie und zogen sie in eine warme Umarmung.

Nur für einen kurzen Moment versuchte sie sich zu befreien, aber dann fiel ihr Widerstand, als er ihr ins Ohr hauchte: „Du bist nicht schwach, Maron. Auch wenn du deinen Gefühlen mehr Freiraum gibst. Glaube mir. Ich verstehe dich und ich bin bei dir, Maron. Also weine ruhig.“

Da schniefte Maron leise auf, lehnte sich stärker an die Person hinter sich und dann flossen plötzlich erste, kleine, heiße Tränen aus ihren Augen und über ihre Wangen hinab und immer mehr folgten, der Damm um ihr Herz war gebrochen.

Schnell drehte sie sich herum, verbarg ihr Gesicht in der Jacke ihres Gegenübers, klammerte sich zitternd an ihm fest und schluchzte auf.

Ihr ganzer Körper erbebte, während sie all ihren Gefühlen, ihrer Trauer, ihren Tränen, welche sie so lange verborgen hatte, endlich freien Lauf ließ.

„Danke, Chiaki.“, war alles, was sie zwischen ihren Schluchzern mit leiser Stimme hervorbrachte.

Doch er verstand sie, umarmte sie noch fester und so standen sie gemeinsam vor dem Karussell, während der Regen auf sie herabfiel und allen Kummer fortspülte.

 

Refrain

 

So stand in the rain

Stand your ground

Stand up when it's all crashing down

You stand through the pain

You won't drown

And one day, what’s lost can be found

You stand in the rain

 

ENDE

 

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